Don Coniglio ([info]don_coniglio) wrote,
@ 2009-01-20 15:59:00
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Current music:Reiki - Invisible Healing

Gnadenschuss
Ich weiß nicht, ob ich es in den letzten Monaten hier irgendwo verewigt hatte, aber es lief gut, viel zu gut. Ich glaube an das ewige Auf und Ab, ein Yin und Yang der guten und schlechten Dinge, die einem widerfahren. Läuft etwas sehr gut, wird unwideruflich kurz danach die gleiche Menge an schlechten Ereignissen über dich hereinbrechen. IMMER.

Das letzte Jahr lief gut. Sehr gut. Super gut. Viel zu gut. Die Reunion meiner Lieblingsgruppe, jede Menge neuer Freunde, phantastische Erlebnisse, der Job lief wie geschmiert, ich kaufte Dinge, plante Reisen. Dann die angekündigten Konzerte, die Einladung doch mit nach London zu kommen und ein paar schöne Tage zu haben. Der erste Urlaub seit 10 Jahren oder länger. Und dann, alles unter Dach und Fach, es war nur noch der Dezember zu überstehen und dann würden auch schon die Konzerte zum Greifen nahe sein.

Im Oktober plötzlich nach 9 ruhigen Monaten wieder das Rückenproblem, das mich letztes Weihnachten und Silvester lahmgelegt hat. Gut, kein Grund zur Panik, nach einigen Wochen war es im Griff. Danach macht mein Computer endgültig die Hufe hoch, verstirbt. Damit hatte ich über kurz oder lang gerechnet, kein Grund zur Panik, nur der Zeitpunkt war denkbar ungünstig. Ich brauchte das Internet um Kontakt zu halten, die Konzerttrips zu planen, Hotels zu buchen, ect. und war schon durch die ganzen Tickets in den Dispo gerutscht. Diesen hatte ich in weiser Voraussicht kurz zu vor noch einmal erhöht. Dann wird die Katze krank. Muß operiert werden. Keine Frage, sie wird, auch wenn meine Familie nicht der Meinung ist, daß ich so viel Geld ausgeben soll. Nun, ein paar hundert Euro kann der Dispo noch vertragen. Ich krieg ja jeden Monat meinen Lohn.

Weihnachten bei Mom auf dem Dorf. Während ich am ersten Feiertag noch mit Grausen daran denke, welche Schmerzen ich das Jahr zuvor ertragen mußte und wie elend es mir ging, ahne ich noch nicht, daß es bereits am nächsten Tag ein grausames Deja Vu geben wird. Alle Jahre wieder, ho ho ho. Nach dem Duschen, noch nicht einmal wirklich gebückt und schon war der Rücken hinüber und ich fast bewegungsunfähig. Zwischen Weihnachten und Neujahr zum Arzt, aber kein Grund zur Panik, es ist ja noch ein Monat bis zu den Konzerten. Die erste Amtshandlung der Physiotherapeutin bestand daraus, mir statt einer halben Stunde Krankengymnasik, eine halbe Stunde lang Strom durch den Rücken zu jagen. Mit durchschlagendem Erfolg. Krämpfe im rechten Bein, Ischias, zwei- bis dreimal so schmerzhaft wie der Rücken. Die Tabletten für den Rücken wirken beim Bein nicht. Ich probiere die Reste meiner alten Diclac Tabletten (vom Fersenspornvorfall) aus und ein Wunder geschieht, das Bein beruhigt sich. So vegetiere ich fast 3 Wochen dahin, bis am vorletzten Wochenende plötzlich die Rückenschmerzen wieder einsetzen, also Beintabletten abgesetzt und wieder mit dem Rücken beschäftigt. Pest gegen Cholera, 2 Tage später ist der Rücken okay, aber das Bein schlägt wieder zu. Der Doc verschreibt am letzten Dienstag einfach weiter Diclac, weil's ja bisher geholfen hat. Nur tut es das auf einmal nicht mehr. Seit einer Woche gehe ich die Wände hoch - oder besser, ich würde es tun wenn ich in der Lage wäre länger als 2 Minuten zu stehen oder zu laufen. Der gesamte Ischiasnerv spielt verrückt. Vom Hintern bis in den Unterschenkel Schmerzen, die ich niemals für möglich gehalten hätte, wenn ich länger als 2 Minuten versuche zu laufen oder zu stehen. Ich bin in meinen eigenen 4 Wänden gefangen, der Supermarkt unerreichbar, selbst die 5 Etagen bis zum Briefkasten unerreichbar. 5-minütiges Duschen wird nach 2 Minuten zum Kampf Willensstärke gegen Schmerzen und endet darin, nass und heulend im Sessel zu liegen und sich zu wünschen tot zu sein.

Mein Arzt? Im Urlaub bis Donnerstag. Vertretungsärztin kann ich vergessen, ich komme nicht hin und ihr die ganze Sache mit dem Rücken erst noch zu erklären? Vergeßt es.

Freitag will ich nach London fliegen, ich weiß noch nicht einmal wie ich bis zur Haustür komme, den Koffer packen oder die kleinen Dinge einkaufen soll, die man so braucht wenn man verreist. In London stehen zwei Konzerte auf dem Plan, eins mit Sitzplatz, eins im Stehen. Ich bin ehrlich, hätte ich nicht die Konzertkarten für den Mitfahrer hier bei mir, würde ich zu Hause bleiben. Scheiß auf das viele Geld, scheiß auf die Träume. Ich will schlafen und irgendwann ohne diese Schmerzen aufwachen - oder nie mehr aufwachen.

Ja, so schlimm. Und ich bin mehr als nur frustriert und wütend. Wenn der Doc mir Donnerstag Morgen kein Wundermittel spritzen und Wunderpillen verschreiben kann, die mich für 4 Tage ins rosa Wattebauschland schicken, dann weiß ich nicht was ich machen werde. Vermutlich sehr, sehr laut werden. Und agressiv. Und verzweifelt. Ich wüßte ja nicht einmal wie ich wieder vom Doc nach Hause kommen soll.

Ach ja, und Silvester als I-Tüpfelchen noch erfahren, daß ich ab März meinen Job gezwungenermaßen erst einmal los bin, weil im Reisebüro Schulden abgebaut werden müssen. (Lange Geschichte.)

Und wie fing euer Jahr 2009 so an?

Bunny



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